Die Geschichte des SV Traktor Tucheim und deren Gründungsmitglieder

Mit Einführung des Landjahres 1933/34 für Teile der Stadtjugend kam der bereits vielerorts in Deutschland verbreitete Fussball auch nach Tucheim. Ein erster Fussballclub gründete sich. Als Spielfeld diente anfangs die Gänsewiese zwischen Dammgraben und Untermühle.Durch die Einstellung des fussballbegeisterten Lehrers Helmut Altendorf 1938 und der Inbetriebnahme des neuen Sportplatzes in der Schulstrasse 1935, auf dem 1951 die neue Schule erbaut wurde, erfuhr der Fussball im Ort eine starke Förderung. Im Sportunterricht in der Schule stand der Fussball im Mittelpunkt. Bis zum 2. Weltkrieg nahm die von Helmut Altendorf betreute Manschaft, die sich in fast identischer Besetzung ab 1946 wieder zu Freundschaftsspielen, aber nunmehr im Männerbereich zusammenfand.

Im Jahre 1946 wurde durch die Mitglieder der FDJ eine Sportemeinschaft ins Leben gerufen. Somit begann sich auch in Tucheim nach den Wirrren des Krieges die Sportbewegung wieder mit Leben zu füllen.

1948 vollzog sich dann die Gründung der Sportgemenschaft "Werner Seelenbinder". Die Gründungsfeier fand in der damaligen Gaststätte Rawolle (später Jugendclub) statt. Mitinitiator und Gründungsmitglied Walter Kabelitz erklärte sich bereit, erster Vorsitzender des vereins zu werden.

In den folgenden Jahren entwickelte sich nun ein reges Sportleben, so daß der Tucheimer Sportverein bald ca. 200 Mitglieder zählte. Man arbeitete in den Sektionen Fussball, Tischtennis, Reiten, Schach, Turnen und Gymnastik.

1950 wurde die Sportgemeinschaft zur Betriebssportgemeinschaft "Traktor" umgebildet. Zweiter Vorsitzender des Vereins war Harald Wartini von 1949 - 1956.

Die Sektion Fussball nahm die erste Stelle unter allen Sektionen des Sportvereines ein, waren doch die Tucheimer zu dieser Zeit bis etwa 1952 im Schüler- und Jugendfussball führend im Kreise Genthin. Ein Kreismeistertitel nach dem anderen wurde in dieser Zeit errungen. Im Jahre 1951 gelang der Aufstieg der Jugendmannschaft in die Sonderjugend. Dies war eine Art Oberliga für Jugendmannschaften.Teilweise wurden in dieser Zeit zu den Spielen Fahrten von 50 km mit Fahrrädern zurückgelegt. Aus finanziellen Gründen musste dann aber die Mannschaft zurückgezogen werden. Leider setzte dann ein Niedergang im Tucheimer Sportleben ein. Turnen, Reiten, Schach und Tischtennis verschwanden teilweise vorübergehend aus dem Sportgeschehen, weil es an Übungsleitern und finanziellen Mitteln fehlte.

1958 stellte sich für die Tucheimer Sportler als ein Jahr mit deutlicher Aufwärtstendenz dar. Dritter Vorsitzender des Vereins war Gottfried Kruppa in der Zeti von 1957-1958. Dem damaligen Jugendbetreuer Ernst Seidel gelang es wieder, eine gute Jugendfussballmannschaft aufzubauen. 1958/59 wurde der Kreismeistertitel errungen. 1960/61 kam eine weitere Spielunion Burg-Genthin hinzu und der Aufstieg in die Bezirksklasse gelang. Vierter Vereinspräsident war Otto Kühne. Er leitete den Verein von 1959 -1965.

Olympiateilnehmer vom BSG Traktor Tucheim

Recht bedeutend für das Sportleben in Tucheim war die Mitgliedschaft von Ex-DDR-Meister und Olympiateilnehmer 1960 in Rom Siegfried Lefanczik. Er machte im wahrsten Sinne des Wortes die ersten "Geh-Versuche" in Tucheim. In Rom startete er über die 20 km Distanz, wurde aber 3km vor dem Ziel disqualifiziert. Siegfried Lefanczik war erfolgreicher Geher, der aus den Reihen des Tucheimer Sportvereines hervorging.

Die Sektion Tischtennis hatte gleichfalls Erfolge. Sie nahm seit Ende der fünfziger Jahre am Punktspielbetrieb teil. Anfänglich waren es die Sportfreunde Ahrend, Altendorf, Asmus, Block, Ewert, Geue, Heise, Kirchner, Krüger, Lauter, Proft, Schniske, Schuh und Weisbach.Tucheims Jugend wurde im Kreis führend und erkämpfte sich in den Einzel- sowie Doppelspielen die Kreismeistertitel. Auch der Männermannschaft gelang es 1961/62 den Titel des Tischtenniskreis-meisters zu erringen. Ferner gelang auch dieser Sektion der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Die Sektion Reiten konnte in den Jahren 1963/64 mehrere Kreismeistertitel in dieser Sportart erringen.

Paul Liepe war von 1966-1967 Vorsitzender des Vereins. Danach leitete Ernst Seidel von 1968-1973 die Geschicke des Vereins.

Im Herbst 1971 wurde die Sektion Schach wieder ins Leben gerufen, leider aber nicht von langer Dauer. Zu den damaligen Aktiven zählten Heinz Weisbach, Hans Kohl, Heinz Neumann, Klaus-Dieter Schüler, Günther Mangelsdorf, Herbert Kamin, Eckhard Lehnecke, Gerd Deutloff und Willi Bewert. In dieser Zeit wurden 1972 und 1975 der Kreismeistertitel errrungen.

Die Saison 1970/71 wurde für die erste Tischtennismannschaft der BSG Traktor Tucheim recht erfolgreich. Man wurde Mannschaftskreismeister des Kreises Genthin. Für Genthin spielten damals die Sportfreunde Asmus, Goeth, Lauter, Oge, Schwarzkopf und Weisbach. Hervorragende Einzel-spieler waren unter anderem Heiz Weisbach, der mehrfach Sieger in Turnieren zu den Dorffest-spielen 1970 und 1972 in Tucheim wurde, sowie Lothar Schwarzkopf und Otto Oge, die als erfolgreiche Sportler den Tischtennissport in Tucheim in den siebziger und achtziger Jahren betrieben.

Frauengymnastik: Neue Sektion im BSG Traktor Tucheim

Unter Leitung von Magrid Schulz finden sich seit 1975 interessierte Frauen einmal in der Woche zur gemeinsamen sportlichen Betätigung zusammen. Durch regen Zuspruch und gesteigerte Aktivitäten wurde die Sektion im Jahre 1977 in den Sportverein mit aufgenommen. Auch in der weiteren Freizeit war des Sektionsleben darauf ausgerichtet, bei Radtouren, Schwimm- und Kegelabenden auch zusammen mit Frauengymnastikgruppen anderer Vereine etwas zur körperlichen Fitneß beizu- tragen.

Die "Goldenen 80-ziger" für den Tucheimer Fußball

Mit der Neuformierung der Mannschaft im Jahre 1983, als viele junge Spieler in den Stamm aufrückten, stellten sich viele Erfolge ein. Während in der ersten Saison der "Große Wurf" noch nicht gelang, wurde in darauffolgenden Spielzeiten mehrmals der Kreismeistertitel errungen. Die damit verbundene Berechtigung Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse zu bestreiten wurde zwar erreicht, der Aufstieg selbst jedoch nicht. Scheiterte man anfangs in der in Gruppenspielen mit Hin- und Rückspiel ausgetragenen Qualifikation, hatte man später in den Direktvergleichen mit anderen Kreismeistern ebenfalls das Nachsehen. Doch nicht nur in der Meisterschaft konnten vordere Plazierungen erzielt werden, auch im damaligen FDGB-Pokal war man erfolgreich. Der Sieg im Pokalfinale in der Saison 1986/87 gegen Einheit Genthin ermöglichte die Teilnahme am Bezirks-pokal. Dort war allerdings bereits in der ersten Runde mit dem Bezirksligisten Motor Südost Magdeburg ein zu starker Kontrahent zugelost worden, dem man sich nach 90 Minuten mit 2:7 geschlagen geben mußte.

Plazierungen im Kampf um die Meisterschaft 1983 - 1991

Spieljahr Plazierung Gegner in den Aufstiegsspielen
1983/84 3. Platz  
1984/85 1. Platz Traktor Gladigau, Empor Stendal, Traktor Klietz
1985/86 1. Platz Traktor Gladigau, Aktivist Stendal, Traktor Schönhausen
1986/87 1. Platz Kali Wolmirstedt II
1987/88 2. Platz  
1988/89 1. Platz Groß Ammensleben
1989/90 5. Platz  
1990/91 5. Platz